Angesichts der Schäden, die das Coronavirus in globalen Lieferketten verursachte und dies noch immer tut, stellt sich die Frage, wie die Auswirkungen ähnlicher Krisen in Zukunft minimiert werden können. Digitalisierung und die erhöhte Sichtbarkeit der Lieferketten können in diesem Kontext die Antwort sein.

Effizienzverbesserungen und die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten

Die Expertenmeinungen über die kurz- und langfristige Optimierung in Lieferketten scheinen von der Erkenntnis dominiert zu werden, dass die Digitalisierung eine entscheidende Rolle bei der Lösung spielt. Denn durch sie kann sowohl die Transparenz deutlich erhöht als auch der Zugriff auf wichtige Daten in jeder Phase des Transports erheblich erleichtert werden.

  • Die digitale Erfassung von Transporten macht Lieferketten jetzt und in Zukunft widerstandsfähiger.
  • Die Echtzeit-Sichtbarkeit der Lieferkette hilft, kritische Störungen zu erkennen, zu identifizieren und zu verstehen.
  • Der einfache Zugriff auf diese Daten ermöglicht jeder Partei eine fundierte und angemessene Reaktion.

Informationsdefizite beseitigen

Die erhöhte Sichtbarkeit von Transportketten ist nicht nur in Krisenzeiten nützlich, sondern auch in Zeiten von Stabilität und Wachstum. Daher wird sie auch nach der Überwindung der Folgen des Coronavirus und seiner Herausforderungen oberste Priorität haben, sobald die Lockdowns sukzessiv aufgehoben werden und die weltweite Produktion wieder an Fahrt aufnehmen wird. Momentan herrschen nicht selten Informationsdefizite zwischen den unterschiedlichen Beteiligten der Supply Chain, es existiert kaum ein Gesamtüberblick. Ein Großhändler, der seine Produkte an Fachgeschäfte distribuiert, aber die Produktions- oder Lieferpläne des Herstellers und dessen Logistikers nicht kennt, kann bei entsprechender Nachfrage die Waren nicht rechtzeitig in der geforderten Anzahl verteilen.

Solche Umstände sind dabei nicht nur auf mangelnde Innovationskraft, sondern ebenso auf fehlendes Vertrauen in den digitalen Datenfluss zurückzuführen. Dies legt nahe, dass der erste Schritt auf dem Weg zu einer digitalen und transparenteren Form des Informationstransfers in der Lieferkette darin bestehen muss, die Datensicherheit für alle beteiligten Parteien zu gewährleisten und dies adäquat zu kommunizieren.

Hindernisse für die Digitalisierung

Es gibt noch immer Abläufe, in denen die Digitalisierung der Daten noch nicht durch die vorgegebenen rechtlichen Regelungen abgesichert ist. Dies ist zum Beispiel beim Frachtbrief der Fall, der oft noch immer in Papierform zur Abwicklung des Transportes benötigt wird. Wenn wir zu vollständig digitalen Arbeitsabläufen übergehen wollen, müssen auch die Verlader diese Innovationen unterstützen. Veränderungen müssen im Gesetz und in der Geschäftspraxis Hand in Hand gehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Digitalisierung sind die Kosten, die für diesen Fortschritt entstehen und deshalb ins Budget eingebunden werden müssen. Die derzeitige Zurückhaltung, die Formen der Datenübermittlung zu ändern, resultiert auch aus den Vorbehalten hinsichtlich des notwendigen, oft nicht unerheblichen Ressourceneinsatzes für die Übergangsphase.

Betrachten wir jedoch die Einhaltung der Präventivmaßnahmen für die COVID-19-Sicherheitsstandards, so wird deutlich, dass Unternehmen, in denen die Prozesse überwiegend oder vollständig auf Papier umgesetzt wurden, die größten Verzögerungen und damit auch Verluste erlitten. Dies beweist, dass der Prozess der Digitalisierung als eine zukunftsträchtige Investition und nicht als eine unzumutbare Belastung empfunden werden sollte. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Situation wie die Corona-Krise beispielsweise in naher Zukunft erneut vor der Tür stehen sollte und durch vorausschauende Planung die Auswirkungen dann minimiert werden können.

Vorbereitung auf künftige kritische Störungen in der Lieferkette

Angesichts der Herausforderungen durch Intransparenz und der potenziellen Gewinne, die sich aus der erhöhten Sichtbarkeit in den Lieferketten ergeben, können wir feststellen, dass derzeit die aktuellen Aufgaben wie folgt priorisiert werden sollten:

  • Beginn des Digitalisierungsprozesses,
  • Gewährleistung der Vertraulichkeit von Daten für Lieferanten und
  • Schaffung eines Anreizes zur gemeinsamen Datennutzung in der gesamten Kette.

Es ist wichtig, moderne Technologien zu nutzen, um den Zugang zu Informationen bestmöglich zu gewährleisten. Track-&-Trace-Technologien, die in Plattformen mit Echtzeitvisualisierung der Supply Chain eingesetzt werden, scheinen von fundamentaler Bedeutung zu sein, um postulierte Ziele in der Effizienzsteigerung zu erreichen und die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten in künftigen Krisenszenarien zu gewährleisten.

Potenziale bei der Echtzeit-Sichtbarkeit in Lieferketten

Wie wir sehen können, bietet die Entwicklung der Digitalisierung und der Realisierung von Echtzeit-Sichtbarkeit für globale Lieferketten international agierenden Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen. Und es scheint in vielen Fällen die Antwort auf unerwartete Herausforderungen und Störungen zu sein, mit denen wir jetzt umzugehen haben und wahrscheinlich auch künftig ab und an wieder konfrontiert werden könnten.

Neben der Verbesserung des alltäglichen Datenflusses und der Erhöhung der Transparenz auf jeder Stufe der Lieferkette können diese Maßnahmen die Widerstandsfähigkeit des Systems deutlich erhöhen. Dies wird sich im Falle einer erneuten Krise auch in messbaren finanziellen Gewinnen niederschlagen.