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Der Peitscheneffekt im Supply Chain Management

22 September 2021
by Anna Frank  • 3 min read

Während der Corona-Pandemie kamen Angebot und Nachfrage nicht selten durcheinander. Der Handel reagierte dementsprechend mit größeren Bestellungen, um dem Ansturm auf bestimmte Produkte gerecht zu werden. Diese Schwankungen wirkten sich ebenfalls auf die Produktionsprozesse aus und veränderten die Warenströme. In der Logistik werden Herausforderungen dieser Art als Peitscheneffekt oder auch Bullwhip Effect bezeichnet. Welchen Einfluss dieses Phänomen auf Ihre Lieferkette hat und mit welchen Maßnahmen Sie effektiv gegensteuern können, lesen Sie hier! 

Was ist der Peitscheneffekt? 

Der sogenannte Bullwhip Effect bezeichnet Nachfrageschwankungen entlang mehrstufiger Lieferketten in der Logistik und wirkt sich besonders auf die Produktions- und Logistikplanung aus. Er entsteht durch Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme zwischen den einzelnen Stufen der Lieferkette und verstärkt sich entlang der Supply Chain vom Endkunden bis zum Hersteller.  

Dabei werden Nachfragesignale der Endkunden falsch gedeutet oder zu spät weitergeleitet. Ein Beispiel: Aufgrund der hohen Nachfrage gibt ein Einzelhändler seine Bestellung mit zusätzlichem Sicherheitsbestand beim Großhändler auf. Dieser wiederum gibt ebenfalls eine größere Menge beim Hersteller in Auftrag. Durch diese fehlende Kommunikation schaukelt sich der Prozess von Stufe zu Stufe immer weiter auf.  

Wie wird der Peitscheneffekt verursacht? 

Aber weshalb entstehen diese Mengenschwankungen in der Nachfrage überhaupt, die damit letztendlich den Peitscheneffekt verursachen? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. 

Unzureichender Informationsfluss

Zum einen spielen unzureichende Informationen bei Nachfrage, Bestellungen und Logistikprozessen eine zentrale Rolle – sei es aufgrund von Zeitdruck oder Gewinnoptimierungsgedanken. Da die verschiedenen Stufen der Supply Chain nur lokale Daten zur Verfügung haben und demnach nur aktuelle Absatzzahlen an die nächsthöhere Stufe weitergeben können, registriert diese lediglich den Anstieg der Absatzmenge, jedoch nicht, wie lange dieser Anstieg anhält und was ihn verursacht hat. Hier kommt zudem der Zeitverzug bei der Weitergabe von Informationen bzw. der Bestellungen zum Tragen, denn auch er führt dazu, dass die nächste Supply-Chain-Stufe größere Mengen in Auftrag gibt, obwohl der Absatzanstieg vielleicht sogar schon beendet ist.  

Ineffizientes Bestellverhalten 

Selbst wenn Informationen richtig übermittelt wurden, birgt falsches Bestellverhalten eine weitere Fehlerquelle. Um Versandkosten zu sparen, entscheiden sich viele Unternehmen für Bündelbestellungen, die jedoch einen Warenüberbestand oder Lieferengpässe zur Folge haben können.  Zudem werden häufig neue Bestellungen getätigt, obwohl die bereits bestellte Ware noch unterwegs ist, oder Einzelhändler sichern sich über einen zusätzlichen Bestand beim Großhändler ab, um flexibel auf einen Anstieg der Nachfrage reagieren zu können. 

Preisschwankungen

Eine weitere Ursache für den Peitscheneffekt liegt in Preisschwankungen, die zwischen den einzelnen Stufen der Lieferkette entstehen und die sich so auf die Bestellmenge auswirken. Diese Schwankungen begründen sich beispielsweise durch Mengenrabatte oder Gutscheine, die ein Zwischenlieferant einem anderen gewährt.  

Welche Folgen ergeben sich aus dem Peitscheneffekt? 

Wenn die bestellten Warenmengen den tatsächlichen Bedarf überschreiten, führt das unter anderem zu hohen Lagerkosten. Im schlimmsten Fall können die Produkte zudem nicht mehr verwendet werden, da sie durch die lange Lagerzeit bereits veraltet oder verdorben sind. Damit zählt der Bullwhip Effect zu den entscheidenden Risikofaktoren im Supply Chain Management  

Welche Maßnahmen gibt es, um diesen Problemen entgegenzuwirken? 

Grundsätzlich lässt sich der Bullwhip Effect in dynamischen mehrstufigen Lieferketten zwar nicht verhindern, aber in der Regel eindämmen. Dazu ist eine transparente und intensive Kommunikation aller Supply-Chain-Akteure Pflicht. Hier ist es wichtig, den Informationsaustausch kontinuierlich zu sichern und Absatzzahlen, notwendige Bestellgrößen sowie die Ursachen für Nachfrageanstiege und Preisschwankungen schnellstmöglich an alle folgenden Stufen der Lieferkette zu kommunizieren.  

Bevor Unternehmen den transparenten Austausch starten, müssen sie jedoch zunächst sicherstellen, dass alle Abläufe im eigenen Unternehmen transparent, nachvollziehbar und steuerbar sind. Dabei unterstützen beispielsweise ein integriertes Order-Management, gängige Supply-Chain-Management-Systeme, aber auch digitale Lösungen, die mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz für mehr Transparenz in der Lieferkette sorgen.   

Bieten Sie dem Peitscheneffekt die Stirn 

Wir von Synfioo leisten unseren Part mit verlässlichen und präzisen Estimated-time-of-Arrival (ETA)-Prognosen sowie vielfältigen Live-Informationen für alle Beteiligten Ihrer Lieferkette. Wir setzen dazu auf innovative Machine-Learning-Algorithmen, die Ihre spezifischen transportbasierten Daten mit Standortinformationen sowie über 70 externen Störungsquellen in ihre Berechnungen miteinbeziehen. Diese präzisen Informationen tragen dazu bei, die erfolgreiche Kommunikation zwischen den verschiedenen Stufen der Supply Chain maßgeblich zu gewährleisten.  

Ist diese Transparenz im eigenen Unternehmen gegeben, kann sie mit anderen Akteuren entlang der Lieferkette geteilt werden. Und es lohnt sich, denn der verbesserte Austausch aller Informationen entlang der gesamten Lieferkette optimiert die Interpretation der Vorgänge und sorgt für transparente Steuermöglichkeiten. Beste Voraussetzungen also, um dem Peitscheneffekt proaktiv entgegenzuwirken. Sie möchten mehr darüber und wie unsere Lösungen Sie unterstützen können? Dann kontaktieren Sie uns! 

 

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